03:30Uhr – der Wecker klingelt und ich merke direkt wie sich mein Magen zusammenzieht. Es ist soweit, die Aufregung in mir wird immer stärker. Hab ich auch an alles gedacht? nichts vergessen? Während ich meine Zähne putze, gehe ich alles noch dreimal in meinem Kopf durch.

Hosen? Hab ich

Oberteile? Hab ich

Papiere? Hab ich

Sonnencreme? Hab ich

Es ist alles gepackt. Das Surren beim schließen des Reißverschlusses von dem Koffer lässt mein Herz noch einmal höher schlagen.

Es ist Zeit diesen Schritt zu gehen

Sonntag morgen um 5 Uhr mit der S-Bahn fahren… ich dachte es wird sicher leer sein, hab dabei aber vergessen, dass das die Zeit ist, in der auch die Schnapsleichen vom Kiez nach Hause fahren… Endlich am Ziel angekommen, kommt eine leichte Panik in mir auf.

Ich stelle mich diesmal mehreren für mich riesigen Herausforderungen. Zum einen bin ich kein Fan vom fliegen, was wohl den Nachrichten zu verschulden ist & zweitens stell ich mich einer meiner aller größten Ängste. Aber ich habe es satt, mir selbst gegenüber immer wieder eine Ausrede einfallen zu lassen, wieso ich nicht in Urlaub fliegen kann.

Angst auf mich alleine gestellt zu sein, Angst mich nicht zu recht zu finden, Angst, dass mir was passiert. Das ist es wohl, was jetzt jedem in den Kopf schießt, aber eigentlich ist bei mir immer die größte Angst, die Einsamkeit.

Es ist Zeit diesen Schritt JETZT zu gehen

Es wird Zeit für mich endlich dem Alltag zu entfliehen…Sich endlich fallen zu lassen, nicht immer wieder in den Trott zu verfallen etwas zu müssen. Ich habe genug gespart und wieso soll ich das jetzt nicht tun? Weil keiner meiner Mädels mit kann? Weil ich Single bin? Weil ich eine Frau bin?

 

Jeder hat sein Glück selber in der Hand…

Also buchte ich vor ein paar Wochen, in einer Nacht und Nebelaktion, meinen ersten Strandurlaub nach 13 Jahren und diesen alleine.

Als der Flieger landet, ich meinen Koffer in der Hand halte und draußen der erste Sonnenstrahl auf meine Haut fällt, bin ich einfach nur so unglaublich froh diesen Schritt zu gehen. Ich weiß aber gleichzeitig, dass die große Herausforderung erst noch bevorsteht – Ich bin 12 Tage auf mich alleine gestellt.

Im Hotel angekommen, wird es für mich direkt Zeit an den Pool zu gehen. Kaum lege ich mich in den Schatten und beschäftige mich mit der Situation, kommen die Zweifel. Was mache ich hier? Es ist jetzt schon langweilig! Das ist der erste Tag und ich habe noch 11 vor mir, was mache ich nur in der ganzen Zeit? Ich hätte das nicht alleine machen sollen. Wie soll ich das durchhalten? Ich kann das hier doch gar nicht alleine.

Alles negative Gedanken, die ich aus Angst, mich einfach mal auf mich selber zu konzentrieren, nicht loslassen konnte und wollte. Doch..

Es war Zeit diesen Schritt zu gehen

Ich mache mir bewusst, dass ich abwarten muss. Alles ist eine Gewöhnungsache und ich habe diese Entscheidung nicht ohne Grund getroffen. Einen Urlaub in dem ich einfach für mich bin. Tun und lassen kann, was ich will, zu mir finde und zur Ruhe komme. Mir wieder bewusst werden, was mir Spaß bringt im Leben, dass ich meinen Job liebe und endlich die negativen Seiten verschwinden lasse.

Das Leben ist immer nur so wie man es sehen will, negative Gedanken, bringen negative Ereignisse – also lasst es uns alles positiv sehen. 

Ich glaube sehe in meinem Leben schon vieles positiv und nehme Dinge hin, die ich nicht ändern kann. Aber vor allem darauf bezogen, ist in den letzten drei Jahre so viel passiert… Es wird Zeit, das Positive daraus zu ziehen. Es gibt einfach Ereignisse, die anders verarbeitet werden müssen als andere und der erste Schritt dafür ist sich seinen Ängsten zu stellen.

Mit diesem Ziel & diesen Gedanken gehe ich am Abend die Küste des schwarzen Meeres entlang und bin Dankbar dieses wunderbare Schauspiel zu erleben. Zu spüren wie meine Haare um mein Gesicht gepustet werden, das Meer mit mit großen Wellen und schönem Rauschen meinen Füßen entgegenkommt und der Mond mich anlächelt.

Es war Zeit diesen Schritt zu gehen

2 thoughts on “# thoughts – Es war Zeit”

  1. Du bist so mutig und ich bin sehr stolz auf dich<3 ich hätte mich das niemals getraut …reise oft mal ein WE alleine oder hatte schon ca. 5 Blockwochen à 5 Tage in Berlin und muss sagen, man muss sich eben auch mal selbst aushalten und beschäftigen können 🙂 du magst es genau richtig und Ausland alleine lässt dich noch mal unabhängiger werden <3 Tatjana

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